Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.
ACHILLODYNIE
Achillodynia, Schmerz
im Achillessehnenbereich
13.
Extremitätenschmerz
13.2
Beinschmerz
13.2.3
Fußschmerz
13.2.3.2 (chronische) Achillodynie
Als Achillodynie (lat.: Achillodynia) werden Schmerz zustände bezeichnet, die im Achillessehnenbereich auftreten. Wenn die Achillodynie am Sehnen ansatzpunkt an der Fer se lokalisiert ist, spricht man von einer Insertionstendopathie. Der Schmerz im Rahmen einer Achillodynie kann aber auch diffus den ganzen Sehne nabschnitt betreffen. Manchmal kommt es zu eine spindelartigen Sehnenauftreibung.
Als Ursache für eine (chronische)
Achillodynie werden herdartige Nekrosen
(= örtlicher Gewebstod)
des Sehnengewebes angenommen.
Bei Schmerzlokalisation nahe am
Fersenbein liegt im
Sinne einer Umgebungsreaktion meist zusätzlich eine
Periostitis calcanei
(=
Knochenhautentzündung des Fersenbeins)
vor.
Eine Achillodynie aufgrund einer
Achillobursitis
(=
Schleimbeutelentzündung
zwischen Fers
enbein und Achilless
ehne)
ist meist eine Unfallfolge.
Die Achillodynie beginnt meist mit einem Anspannungs- und Dehnungs schmerz um dann (unbehandelt) in Dauerschmerzen überzugehen.
Eine weiter Ursache für eine chronische
Achillodynie ist das Vorliegen einer
Haglund Ferse.
Bei der
Haglundferse, auch
als
Haglund Exostose
oder
Hohe Ferse
bezeichnet, liegt ein oberer
Kalkaneussporn
(Fersensporn)
vor, positioniert an der achillessehnenwärts gerichteten Fläche des hinteren
Fortsatzes eines steilgestellten Fersenbeines infolge chronischer Druckreizung
(vor allem durch das Schuhwerk), einhergehend mit entzündlichen
Weichteilveränderungen (Schwielen,
Bursitis (=
Schleimbeutelentzündung),
Insertionstendopathie
(= entzündeter
Sehnenansatz)) und
Schmerz
en im mehr
hinteren Fersenbereich unter Einbezug der Ach
illessehne die sog.Achillodynia.
Die Therapie bei einem Schmerz im Achillessehnenbereich
besteht in Schonung, unterstützt durch eine Absatzerhöhung zur
Entlastung der Se
hne.
Vorsicht mit Kortison-Injektionen. Diese lindern zwar vorübergehend den
schmerzhaften Reizzustand, verhindern aber die Eigenreparation
(= Wiederaufbau von
Sehnengewebe), so daß es im weiteren
Verlauf dann zu einer Sehnenruptur
(= Sehnenabriß)
kommen kann.
Manchmal ist bei Achillodynie eine deutliche Besserung durch
die Iontophorese
(= Einbringen eines
Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit
Diclofenac) zu erzielen. Auch eine
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) kann hilfreich sein, gleiches gilt für eine
Behandlung mit Röntgenstrahlen.
Neuerdings wird bei Achillodynie
aufgrund eines
Fersensporn
s auch die sog. extrakorporale Stoßwellenbehandlung propagiert.
Bei dieser Methode werden hochenergetische Druckimpulse unter Wasser eingesetzt.
Bewährt hat sich die Methode bisher zur Zertrümmerung von
Nieren - und Gallensteine.
Bei spindelförmiger Sehnenauftreibung können die Nekrosen
(= Bereiche mit örtlichem
Gewebstod) operativ ausgeräumt
werden. Ist eine
Haglund Ferse
ursächlich, so wird die Exostose am hinteren Fersenbein operativ abgetragen.
Patienten mit einer (chronische n)Achillodynie (Achillodynia) kommen meist erst zum Schmerz therapeuten, wenn selbst ein chirurgischer Behandlungsversuch (z.B. Abtragung einer Exostose (= Knochen auswuchs), Nekrosenentfernung) keine Schmerzlinderung brachte.
Mit der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) kann eine chronische Achillodynie (gilt auch für andere Schmerz en in der Fersengegend) oft erfolgreich behandelt werden. Die lokale Infiltration mit einem Lokalanästhetikum ist allerdings relativ schmerzhaft und eignet sich deshalb kaum zur serienmäßigen, wiederholten Anwendung.
Besser sind bei chronische r Achillodynie wiederholte Blockaden des N. ischiadicus, in hartnäckigen Fällen optimal kontinuierlich mit Katheter.
Bei der
kontinuierlichen Blockade des Nervus ischiadicus wird ein dünner
Kunststoffschlauch von der
Oberschenkel
rückseite her dicht an den Nerv eingeführt. Die Einpflanzung erfolgt
nahezu schmerzfrei durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht
„aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals
täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des
örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung
so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich bleiben. Nach längerer Therapiedauer (z.B. 2-3 Wochen) verbleibt in den
meisten Fällen deutliche Schmerzlinderung, oft aber auch Schmerzfreiheit.
Dieser anhaltende Effekt über die Behandlungszeit hinaus ist u.a. darauf
zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert.
Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmerz
en, die
durch
entzündliche oder
auch degenerative (=
abnutzungsbedingte) Prozesse
entstanden sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche
Behandlung auch das „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn zu löschen, auch bei einer
chronische n
Achillodynia.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Auf der Internetseite
"die
Gesundheitsreform" teilt das Bundesministerium für Gesundheit
mit, daß seit dem 1.4.07
alle
gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation (damit
auch auf eine
Schmerzrehabilitation)
haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können.
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Aktualisiert:>22.05.2008</>
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